Zusammen mit der Kastorkirche und der Florinskirche ist die Liebfrauenkirche eine von drei romanischen Kirchen, die das Erscheinungsbild der Koblenzer Altstadt entscheidend prägen.
Die Liebfrauenkirche war immer die Stadtpfarrkirche von Koblenz. Deswegen wird sie auch von den Koblenzern liebevoll Owerpfarrkersch bzw. Oberpfarrkirche genannt. Ihre Anfänge gehen bis ins 5. Jahrhundert zurück. Unter Verwendung von römischen Fundamenten erfuhr diese Kirche mehrere Um- und Ausbauten. Nach dem Abzug der Römer benutzten die Christen im 5./6. Jh. die spätantike Halle aus der Zeit von Kaiser Valerian als Kirche. Ca. um 1170 wurden die romanischen Teile der Liebfrauenkirche gebaut. In späteren Zeiten wurde der Bau immer wieder verändert und vergrößert. Die so kennzeichnenden barocken Zwiebeltürme wurden im 17. Jahrhundert hinzugefügt. Die derzeitige Gestaltung des Chorraumes mit vorgezogenem Altar und dem Taufbecken stammt aus dem Jahr 1980. Besonders gut kann ich mich an den Austausch der Chorfenster 1992 erinnern. Damals konnte man als Besucher, das Gerüst besteigen und die neuen Fenster aus nächster Nähe anschauen. Teile der alten Fenster, die nach der Zerstörung des 2. Weltkrieges als Notfenster eingebaut wurden, konnte man als Spende für die neuen Fenster erwerben. Genauso wurde es auch mit den Orgelpfeifen der alten Orgel gemacht. Die Gemeinde ist sehr lebendig und ist vor allem durch die intensive Chorarbeit des Regionalkantors geprägt. Innerhalb von etwas mehr als zehn Jahren baute er mehrere Chöre für verschiedene Alters- und Könnensstufen auf. Obwohl die Gemeinde nicht durch die Anwohner in der Altstadt lebt - hier wohnen nicht sehr viele Menschen - ist die Kirche an Sonntagen für gewöhnlich gut besucht. Aber auch als Ausflugsziel sollte man bei einem Stadtrundgang einen Blick hineinwerfen. Vielleicht hat man Glück, und es scheint gerade die Sonne in die Fenster. Auf den Fenstern sind in wunderschönen Blau-, Grün und Rottönen Frauen in der Heilsgeschichte abgebildet.